Geschichte der Jugendparlamente in der Schweiz

Aller Anfang

Mitte des 16. Jahrhunderts gab es zwar noch keine Jugendparlamente in der heutige Form, dafür aber ähnliche Institutionen. So gab es in Bern den „Äusseren Stand“. Sein Ziel war die Vorbereitung der jungen Bernburgerschaft auf ihr kommendes (Polit-)Leben. Er verschwand 1798 mit dem Untergang des Ancien Régime.

1. Jugendparlamentsgeneration

Als die Jugendlichen nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 mehr Mitspracherechte verlangten, wurden die ersten Jugendparlamente in den Städten Zürich, Rüti und Bern gegründet. Ziel waren die Interessensförderung der Jugendlichen an der Politik und die Schulung ihrer Ausdrucksweise. Gesamtschweizerisch schlossen sich die Jugendparlamente 1948 zur Vereinigung Schweizer Jugendparlamente (VSJP) zusammen, die bereits ein Jahr später 27 Jugendparlamente und rund 2000 JugendparlamentarierInnen vereinte.
 

2. Jugendparlamentsgeneration

Nach einer Krise in den 50er-Jahren und einem erneuten Aufschwung mit 25 Neugründungen in den 60er-Jahren etablierte sich das Schweizer Jugendparlament (SJP). 1976 war es mit dieser zweiten Jugendparlamentsgeneration vorbei.
 

3. und aktuelle Jugendparlamentsgeneration

Mit der Gründung des Jugendparlaments Cortaillod (NE) wird 1985 die heutige, dritte Jugendparlamentsgeneration geboren. Innerhalb weniger Jahre entstehen zahlreiche Jugendparlamente und Jugendräte. 1993 und 1994 finden die ersten Jugendparlamentskonferenzen (JPK) statt, die 1995 zur Gründung des Dachverbands der Schweizer Jugendparlamente DSJ führten. Der DSJ und seine Arbeit haben dazu beigetragen, dass die Anzahl Jugendparlamente in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Heute gibt es rund 80 Jugendparlamente.

Durch das Angebot an Support, Vernetzung und Ausbildung – unterstützt der DSJ die Jugendparlamente und deren Mitglieder in ihren Tätigkeiten sowie insbesondere in schwierigen Situationen. Zudem fördert der DSJ Neugründungen von Jupas. Im Vergleich zu den früheren Jugendparlamentsgenerationen sind die heutigen Jugendparlamente weniger parteipolitisch geprägt. Auch die seit den 1990er verbesserte Jugendförderung durch die in zahlreichen Gemeinden entstandene Jugendarbeit trägt zu dieser Entwicklung bei.
 

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